Ingenieurbüro für Holztechnik Dipl.-Ing. (FH) Guido Eichbaum
Ingenieurbüro für Holztechnik Dipl.-Ing. (FH) Guido Eichbaum

Dächer

Dachformen - Kuppeldächer

 

Kuppeln bezeichnen selbsttragende gekrümmte Konstruktionen, welche stützenfrei Räume von unterschiedlichem Grundriss – von vier- bis mehreckig über oval bis kreisförmig – überspannen. Überwiegende Kuppelformen bei kreisförmigem und ovalem Grundriss sind Flachkuppeln, Halbkugenkuppeln sowie Spitz- und Zwiebelkuppeln. Eckige Grundrisse werden meist von Stütz-, Trompen- oder Pendentifkuppeln überspannt. Kuppeln werden je nach Ausführung mit kontinuierlich gekrümmten Schalen den Schalentragwerken oder mit einzelnen Segmenten den Faltwerken zugerechnet. 

Kuppeldach: o.l. schematische Darstellung - o.r. Reichstag (Berlin)- u.l. ehemalige Moschee Gazi Khassim, heute Kirche (Pecs/Ungarn) - u.r. Berliner Dom (Berlin)

Nachfolgende Ausführungen über die unterschiedlichen Kuppelformen wurden u.a. durch die Verwendung der Erklärungen aus: Gewölbe / Voutes / Vaults: Systematisches Fachwörterbuch / Dictionnaire Spécialisé et Systématique / Spezialized and Systematic Dictionary, Band 6 von Glossarium artis; De Gruyter Saur, 1988 erarbeitet.

Halbkugelkuppel

Die Halbkugelkuppel - siehe Abb. 1 - charakterisiert sich dadurch, dass die Kuppelhöhe dem Radius des Grundriß- bzw. Fußkreises der Kuppel entspricht – damit entspricht die Kuppel geometrisch einer Halbkugel.  

 

Halbkuppel, Konche

Große Kuppeln über einem halben Kreis bzw. Polygon mit unterschiedlicher Wölblinie werden als Halbkuppel - siehe Abb. 2 - bezeichnet. Kleinere Halbkuppeln über einem im Grundriss meist ebenfalls halbkreisförmigen oder polygonalen Anbau - der Apsis – hingegen als Konche. Der Anbau kann ex- oder intern des Hauptgebäudes liegen. Auf dem Gebiet der räumlichen Geometrie entstehen so Viertelkugeln.

 

Flachkuppel 

Eine Flachkuppel - siehe Abb. 3 - charakterisiert sich dadurch, dass die Kuppelhöhe geringer als der Radius des Grundriß- bzw. Fußkreises der Kuppel ist. Flachkuppeln werden auch Kuppelkalotte oder nur Kalotte genannt, da sie die Form eines Kugelsegmentes bilden.

Abb. 1: Halbkugelkuppel
Abb. 2: Halbkuppel, Konche
Abb. 3: Flachkuppel, Kugelkalotte

Hänge-, Stutzkuppel, volles Platzel

Das Charakteristikum dieser Kuppelart liegt in den abgeschnittenen/gestutzten Seiten - Ausgangskuppel ist eine Kugelkuppel, welche an den Seiten senkrecht beschnitten ist. Die seitlich so entstehenden Randbögen sind halbkreisförmig. Die Eckpunkte/Anfänger des in der Draufsicht sichtbaren Quadrats bzw. regelmäßigen Polygons liegen alle auf dem Grundriß- bzw. Fußkreis der ursprünglichen Kugelkuppel. Der Begriff Hängekuppel - siehe Abb. 4 - ergibt sich aus der Nichtsichtbarkeit der Auflager – sie scheint zu „hängen“. Sind keine punktuellen sondern breite Aufstandsflächen an den Ecken ihrer Grundfläche vorhanden, spricht man von einer angeschnittenen Hängekuppel. 

 

Böhmische Kappe, flaches Platzl

Auch bei dieser Kuppelform handelt es sich um eine gestutzte bzw. beschnittene Kuppel mit einer Kugelkuppel als Ausgangsform. Die Böhmische Kappe - siehe Abb. 5 - besteht dabei aber nur aus einem Ausschnitt einer Hängekuppel. Die seitlich zu sehenden Randbögen sind deshalb nicht halbkreisförmig sondern stellen nur ein Bogensegment dar - auch aus diesem Grund ist die Erscheinungsform der Böhmischen Kappe relativ flach. 

 

Pendentif-, Zwickel-, Byzantinerkuppel 

Als Pendentifkuppel - siehe Abb. 6 - wird eine Kuppel bezeichnet, welche sich über vier Pendentifs erstreckt. Als Pendentifs werden die sphärischen Dreiecke bezeichnet, welche sich viermal beim waagerechten Beschneiden einer Hängekuppel in den Scheiteln der begrenzenden Randbögen ergeben. Die Pendentifkuppel bietet die Möglichkeit von einem eckigen Grundriss der Unterkonstruktion zu einem runden Grundriss der Kuppel zu kommen.

Abb. 4: Hänge-, Stutzkuppel, volles Platzel
Abb. 5: Böhmische Kappe, flaches Platzl
Abb. 6: Pendentif-, Zwickel-, Byzantinerkuppel

Zwiebelkuppel

Eine Zwiebelkuppel - siehe Abb. 7 - charakterisiert sich dadurch, dass ein- und ausschweifende Dachflächen in einer Spitze zusammentreffen – es ergibt sich die Form einer Zwiebel. 

 

Spitzkuppel

Bei einer Spitzkuppel - siehe Abb. 8 - treffen alle Dachflächen in einer Spitze zusammen - im Querschnitt ergibt sich die Form eines Spitzbogens.  

 

Steil-, Hochkuppel, überhöhte Kuppel

Bei einer Steilkuppel - siehe Abb. 9 - ergibt sich eine Kuppel, bei der die Höhe der Kuppel deutlich größer als der Radius des Grundriß- bzw. Fußkreises der Kuppel ist.   

Abb. 7: Zwiebelkuppel
Abb. 8: Spitzkuppel
Abb. 9: Steil-, Hochkuppel, überhöhte Kuppel

Rippen-, Kompartimentkuppel

Die Rippen- oder Kompartimentkuppel (Kompartiment – abgegrenzter Raum) - siehe Abb. 10 - zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen den Kuppelkappen ein Gerüst liegt, welches sich aus Rippen zusammensetzt. 

 

Falt-, Schirm-, Segel-, Vielpaß-, Fächerkuppel

Bei dieser Kuppel, die der Rippelkuppel ähnelt, wirken die kreisförmig angeordneten Kappen mehr oder wenig stak aufgebläht (aufgebust) – sie wirken äußerlich wie Segel im Wind - siehe Abb. 11. In der Abbildung ist eine Schirmkuppel mit Auge (kreisförmigen oberen Öffnung) zu sehen.

 

Trompenkuppel 

Neben der Pendentifkuppel bietet die Trompenkuppel - siehe Abb. 12 - eine weitere Möglichkeit von einem quadratischen Grundriss der Unterkonstruktion zu einem annähernd runden Grundriss der Kuppel zu kommen. Der Kuppelfuss, welcher durch diesen quadratischen Grundriss begrenz ist, wird als Oktogon (Achteck) ausgeführt. Der Übergang der verbleibenden nicht überdeckten Ecken des Quadrats zum Kuppelfuss wird mit meist gemauerten halben Hohlkegeln – den sogenannten Trompen - realisiert. 

Abb. 10: Rippen-, Kompartimentkuppel
Abb. 11: Falt-, Schirm-, Segel-, Vielpaß-, Fächerkuppel
Abb. 12: Trompenkuppel

Tambour-, Trommelkuppel und Laternenkuppel

Bei einer Tambourkuppel - siehe Abb. 13 - sitzt die eigentliche Kuppel auf einem Tambour (Trommel) – einem meist runden, ovalen oder polygonalen – oft mit Fenstern versehenden – Bauelement, welches den Übergang zwischen einem eckigen Baukörper zu seinem runden Dach gewährleistet. In der Abbildung ist eine Tambourkuppel – ausgeführt als eine Pendentifkuppel mit zusätzlicher oben aufsitzender Laterne - dann Laternenkuppel - zu sehen. 

 

Geodätische Kuppel

Eine konstruktive Sonderform der Kuppel ist die geodätische Kuppel - siehe Abb. 14. Dabei wird die Kuppel ausschließlich von ebenen Dreiecken gebildet.

 

Oval-, Ellipsenkuppel

Beide Kuppelformen zeichnen sich durch ihre markante Wölblinie aus - Ovalkuppeln - siehe Abb. 15 - haben die Form eines halben Ovals, Ellipsenkuppeln eine elliptische Form.

Abb. 13: Tambour, Trommelkuppel
Abb. 14 Geodätische Kuppel
Abb. 15: Oval-, Ellipsenkuppel

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Tel.: +49 (0) 176 / 55 6262 53

E-Mail: info@holztechnik-service.de

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